
Schwalbach – Der Sänger verausgabt sich. Er steigt sogar auf eine Bank, wozu ein scharfes Auge gehört. Denn Platz gibt es kaum noch. Vielleicht schrecken die Besucher vor der Aufmachung der Rockröhre zurück. Die Leute sitzen rund um den Brunnen auf dem unteren Marktplatz. Sie essen, trinken und plauschen, plauschen… Der Sänger hat einen selten ausgeprägten Sinn für Unkleidsames. Alleine das Hemd: einfach großartig. Das putzige, Bauch betonende Stück hat irgendwie gar kein Muster, erinnert dennoch gleichermaßen an Kuhhautflecken und an Zebrastreifen. Der Kragen sieht aus, als wäre er mit einer Steinkanone des 18.Jahrhunderts reingeschossen worden. Dazu trägt der gute Mann einen blindmachenden Kettengurtel aus Messing. Damit wird er aber keineswegs zum Kinderschreck. Ein Bub, so um die vier Jahre, wird unter Protest — „Nein!!!“ — von der Frau Mama entfernt. Dazu noch der Hinweis — kleine Buben schätzen das kaum als Argument: „Es ist viertel vor neun!“ Auch wer sich nicht vom Outfit irritieren ließ und hinhörte, nahm wahr: „The Bubbles“ ist eine Cover-Band von sehr hörenswertem Format. Eigenartig deshalb, warum die Stimmung zwar gut, aber nicht richtig bärig gewesen.
Das Rätsel löste sich nach der Pause. Die Leute haben auf die echten Hits der Formation gewartet, und das sind Neue-Deutsche-Welle-Lieder wie „Skandal im Sperrbezirk“, „Ich will Spaß“ oder den Petry-Song ,,Wahnsinn . Also deutsche Titel. Da liefen The Bubbles richtig zur Hochform auf. Verzückt stimmten die Besucher in die Refrains ein und es fing inmitten der Betonblocks an zu brodeln. Kaum einer sichtete die schwarz-grauen Wolken, die allmählich übers Rathaus krochen. Sie hingen noch eine Weile tatenlos überm Marktplatz, um sich dann machtvoll zu entladen. Es goss in Strömen.
Die Musiker hatten vorgesorgt und schon von Anfang an auf allem Wasserscheuen blaue Müllsackspitzenhäubchen. Die konnten dann als Schutzmantel einfach über Lautsprecherboxen und anderes Gerät gezogen werden. Das Publikum flüchtete Hals über Kopf. Zum Trost: Der Regen war bitternötig.
Übrigens: „The Bubbles“ ist eine Formation, die musikalisch mehr als Mittelmaß ist und die Leute prachtvoll unterhalten kann. Gesangsbeiträge gab es gleich von mehreren Bandmitgliedern, die für spezielle Titel stilsicher eingesetzt wurden. Hier noch „The Bubbles“ im einzelnen: Thomas Ziegler (Gitarre, Gesang), Bernhard Roth (Bass), Tom Hörner (Gesang), Uwe Scholz (Gesang, Drums) und Fredy Großmann (Gesang, Keyboards).
Alle Hände voll zu tun hatte der Verein Dallesmädchen und – buben, die für Essen und Trinken zuständig waren. Groß war der Andrang, flott der Service, was insgesamt gut für die Vereinskasse ist. Somit war auch dieser ,,Sommertreff‘ eine kugelrund gelungene Sache. Beim nächsten Sommertreff – am Donnerstag, 31. Juli, 18 Uhr – ist die „Blue Stars & Diane Tanzband“ zu Gast und präsentiert Rock, Pop, Oldies. Die Bewirtung übernimmt der Schwimmclub Schwalbach. Der Eintritt ist wie gehabt frei.
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