Tom Hörner gibt alles

Taunus Zeitung 01.11.2011


Da tanzen alle mit


Zweite Beat-Night begeistert knapp 500 Fans in der Stadthalle


Waren sie im vergangenen Jahr bei der ersten "Beat-Night" die Vorgruppe von den Lords, so bestritten sie diesmal das Hauptprogramm: Die Gießener Band "The 2nd Generation" brachte den Oberurselern am Wochenende Beat, Twist und Rock ‘n‘ Roll vom Feinsten in die Stadthalle.


Von Andrea Rosenbaum


Oberursel. Davon ausgehend, dass sich die Serie des guten "Supports" bei den Oberurseler Beat-Nächten fortsetzt, dürften 2012 "The Bubbles" als Topact die Bühne der Stadthalle besteigen. Denn 2010 hatten die Beatmacher Peter Neidhardt und Dave Achim Obst unter dem Motto "Remember The Star-Club" die Band "The 2nd Generation" als Vorgruppe für die legendären Lords engagiert. Da die stark an die Beatles erinnernden Jungs aus Gießen bei vielen besser ankamen als die wesentlichen populäreren Lords, wurden sie zur zweiten Beat-Nacht am Samstag als Hauptattraktion gebucht.
Und die etwas älteren "Bubbles" dürfen ihnen an diesem Abend den Weg bereiten. Die Hofheimer haben sich mit Liedern von Kiss, Status Quo, Pink Floyd, Led Zeppelin und Bryan Adams mehr dem Rock ‘n‘ Roll der 70er/80er Jahre verschrieben. Dabei macht Sänger Tom Hörner in schwarzen Lederhosen und Schornsteinfegerjacke aus Samt mit Goldknöpfen, sowie einer zum Kiss-Song passenden Maske und Perücke eine prima Figur.
"Die sind klasse", meint denn auch eine Oberhöchstädterin begeistert, "wenn man wie ich auf Heavy Metal steht, ist das genau das Richtige. Denen nimmt man ab, dass sie diese Zeit erlebt haben."
Währenddessen läuft Daniel Ehrhardt, Sänger von "The 2nd Generation", aufgeregt durchs Publikum. "Es ist großartig, dass wir heute als Hauptact hier sein dürfen, es macht einen Riesenspaß in Oberursel zu spielen", sagt er noch schnell im Vorübergehen, bevor er sich mit seinen Bandmitgliedern hinter der Bühne trifft.


Tom Hörner gibt alles


Doch er hat noch eine Menge Zeit, denn das Repertoire der "Bubbles" ist groß, und die Leute wollen es hören. Temperamentvoll haut die Band "Easy Livin‘" von Uriah Heep raus. So langsam kann keiner der knapp 500 Besucher die Füße mehr still halten. Überall wird gewippt und gezappelt. "Radar Love" von Golden Earring kommt da genauso gut an wie "Locomotive Breath" von Jethro Tull. Tom Hörner, der äußerlich ein wenig an den jüngeren Wolfgang Ambros erinnert, gibt alles bei "Whole Lotta Love" von Led Zeppelin, er kreischt, wimmert, schreit, fällt auf die Knie – er lebt diesen Song.
Natürlich sind inzwischen alle in der Halle geboren, um wild zu sein, und die "Bubbles" geben den Orschelern, was sie dazu noch brauchen, nämlich "Born To Be Wild" von Steppenwolf. "Wenn ihr jetzt glaubt, das ist nicht zu toppen", ruft Hörner außer Atem in die tanzende Menge, "da behaupte ich das Gegenteil." Er behält Recht, schickt sein Publikum auf den "Highway To Hell" von AC/DC, bei dem nun wirklich jeder mitsingt.


Jetzt müssen die Fans der sympathischen zweiten Generation nicht mehr lange warten. Eine kurze Pause,dann begrüßt Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) die Gäste in der Stadthalle. "Es gibt doch noch Steigerung und die heißt ,2nd Generation‘, die Band, die vergangenes Jahr schon so gut gefallen hat." Sauber und gekonnt präsentieren die vier Musiker ihren ersten Song. Doch eigentlich braucht die Oberurseler jetzt keiner noch mit "Come On And Sing" aufzufordern: Die Tanzfläche wird immer größer, sitzen mag keiner mehr und mitsingen will jeder. Kein Wunder, bei Titeln wie "Somebody Help Me", "Hippie Hippie Shake", "Eight Days A Week", "Painter Man", "You Really Got Me" und vor der ersten Pause "Get Out Of My Cloud".
Allerdings will hier im Moment keiner, dass "The 2nd Generation" aus seinem Dunstkreis entschwinden. Aber es bleiben ja nach der Pause noch 2 mal 45 Minuten Beat, Twist und Rock ‘n‘ Roll vom Feinsten. 

20111101taunuszeitung